Griesheims Zweite antwortet mit Reife und Wucht
HSG Groß-Bieberau/Modau III vs. TuS Griesheim 21:35 (11:17)

- 18.03.2026, 09:00
Manchmal erzählt ein Ergebnis nur einen Teil der Geschichte. Das 35:21 der TuS Griesheim II bei der HSG Groß-Bieberau/Modau III klingt nach einem durchweg souveränen Abend, nach klaren Verhältnissen, vielleicht sogar nach früher Dominanz. Tatsächlich aber brauchte es zunächst Geduld, Korrekturen – und einen Moment der Selbstvergewisserung.
Nach dem Remis in der Vorwoche gegen Roßdorf/Reinheim II war Griesheim mit dem Anspruch angereist, eine passende Reaktion zu zeigen. Einfach war die Aufgabe nicht. Auf dem Papier wartete mit Bieberau/Modau III ein starker Gegner, denn das Hinspiel hatte zuvor keinen Sieger gefunden. In der Ober-Ramstädter Ballsporthalle entwickelte sich folglich zunächst eine ausgeglichene Partie, in der Griesheim zwar zu Chancen kam, mit ihnen aber zu fahrlässig umging. Zu viele freie Würfe blieben ungenutzt, im Angriff fehlte die letzte Konsequenz, hinzu kamen technische Fehler, die dem Spiel der Gäste den Fluss nahmen.
So sah sich Trainer Sakib Omerovic schon nach acht Minuten zur ersten Auszeit gezwungen. Beim Stand von 3:4 war weniger das Ergebnis das Problem als die Art, wie es zustande gekommen war: Griesheim spielte zu ungenau, zu fahrig, zu unentschlossen. Es war ein früher Eingriff, aber ein notwendiger.
Und er wirkte. Zwar blieb die Partie zunächst umkämpft, doch in den letzten Minuten vor der Pause gewann das Griesheimer Spiel allmählich an Ordnung und Tiefe. Die Mannschaft, die mit einem 16-Mann-Kader angereist war, fand zu mehr Stabilität, verteidigte disziplinierter und nutzte nun auch ihre Möglichkeiten mit größerer Klarheit. Aus einer offenen Begegnung wurde Schritt für Schritt ein Spiel mit Griesheimer Kontrolle. Bis zum Seitenwechsel hatten sich die Gäste bereits deutlich abgesetzt, 17:11 lautete der Zwischenstand – ein Vorsprung, der sich in dieser Form zuvor nicht unbedingt angedeutet hatte.
Was dann folgte, war der eigentliche Beleg für die Qualität dieses Auftritts. Griesheim zeigte in der zweiten Halbzeit ein völlig anderes Gesicht: gelöst, spielfreudig, flüssig, zielstrebig. Der Angriff lief nun mit einer Leichtigkeit, die dem Gegner zusehends den Mut nahm. Binnen acht Minuten nach Wiederbeginn erzielten die Gäste acht Tore und zogen auf 24:13 davon. Es war jene Phase, in der aus Überlegenheit Dominanz wurde.
Besonders Konstantin Stutz und Mika Gläser prägten diese starke Offensive mit Nachdruck. Beide setzten Akzente, fanden Lücken, trafen sicher und verliehen dem Griesheimer Spiel in entscheidenden Momenten Struktur und Zug zum Tor. Dass sich Gläser im Verlauf der Partie verletzte, trübte den ansonsten überzeugenden Abend der Gäste. Umso bemerkenswerter blieb, wie geschlossen die Mannschaft darauf reagierte: Fast alle Spieler trugen sich in die Torschützenliste ein, das Spiel blieb breit angelegt und nie abhängig von nur einer Achse.
Gerade darin lag die Reife dieses Auftritts. Griesheim gewann nicht allein durch Tempo oder individuelle Klasse, sondern durch die Fähigkeit, ein zunächst unrundes Spiel mit Geduld und Klarheit zu drehen. Die zweite Halbzeit geriet zu einer Demonstration von Abgezocktheit: souverän im Angriff, konzentriert in der Defensive, konsequent im Umschalten. Nur zehn Gegentore ließ die TuS nach der Pause noch zu – ein Wert, der die defensive Disziplin ebenso unterstreicht wie die offensive Kontrolle.
Am Ende stand ein 35:21, deutlich, verdient und in seiner Wucht beinahe schon programmatisch. Es war die Antwort, die sich Griesheim nach dem Remis erhofft hatte: nicht trotzig, sondern überzeugend. Mit diesem Erfolg steht die TuS Griesheim II aktuell auf Platz eins der Liga.
Die nächste Aufgabe wartet bereits: Am kommenden Wochenende empfängt Griesheim um 15:30 Uhr in der Großsporthalle in Griesheim die HSG Fürth/Krumbach II, derzeit Tabellenneunter. Nach diesem Auftritt dürfte das Selbstvertrauen jedenfalls nicht kleiner geworden sein.


