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Wenn das Wörtchen „Wenn“ nicht wäre

Rückblick auf eine schwierige Saison und der Blick nach vorn

Die Saison 2025/26 der ersten Herrenmannschaft der TuS Griesheim lässt sich wohl am besten mit einem Wort beschreiben: „Wenn“. Wenn das Verletzungspech nicht gewesen wäre, wäre möglicherweise deutlich mehr möglich gewesen.

Die Zahlen sprechen zunächst für eine ordentliche Saison: Platz zehn mit 24:28 Punkten, ein Torverhältnis von 765:783 sowie elf Siege, zwei Unentschieden und 13 Niederlagen. Erfolgreichste Torschützen waren Marvin Busch (101 Tore in 14 Spielen), Jonas Ahrensmeier (97 Tore in 16 Spielen) und Florian Pierz (97 Tore in 26 Partien).

„Wir haben den Kader nur punktuell verstärkt, weil wir von seiner Qualität überzeugt sind“, sagte Kai Uwe Müller aus der sportlichen Leitung zum Start der Vorbereitung.

Mit Julius Gehring kehrte ein erfahrener Torhüter zurück. Aus der zweiten Mannschaft rückten Paris Sidiropoulos, Jonas Dissinger und Luke Sabel auf. Hinzu kamen Gregor Stockinger, Alexander Stutz, Leon Metzger sowie Co-Trainer Sven Senßfelder.

Der Saisonstart verlief wechselhaft. Nach der deutlichen Auftaktniederlage gegen Kahl-Kleinostheim folgten starke Auftritte wie der Sieg in Offenbach oder der Derbyerfolg gegen Pfungstadt, aber auch unnötige Niederlagen gegen Babenhausen und Arheilgen. Was der Mannschaft fehlte, war Konstanz.

Hinzu kam eine Verletzungsserie, wie sie die TuS lange nicht erlebt hatte. Leistungsträger wie Max Löffler und Colin Schupp fielen nahezu die komplette Saison aus. Kreuzbandrisse, Schulterverletzungen und weitere Ausfälle zwangen Trainer und Mannschaft Woche für Woche zum Improvisieren.

Trotzdem zeigte das Team vor der Winterpause sein großes Potenzial. Fünf Siege in Folge katapultierten die TuS bis auf Tabellenplatz zwei. Doch mit den langfristigen Ausfällen der Topscorer Marvin Busch und Jonas Ahrensmeier folgte der nächste Rückschlag.

Das Trainerteam reagierte kreativ: Die Brüder Rinschen und Lars Friedrich wurden reaktiviert, Konstantin Stutz half aus der zweiten Mannschaft aus und A-Jugendlicher Otto Wendel rückte in den Kader.

In vielen Spielen hielt der TuS lange mit oder lag sogar in Führung, ehe am Ende die Kräfte und Wechselmöglichkeiten fehlten. Der Vorsprung auf die Abstiegsplätze schmolz dahin.

Doch gerade in dieser Phase zeigte die Mannschaft ihren außergewöhnlichen Charakter. Zwei wichtige Auswärtssiege in Bachgau und Nieder-Rodenbach sicherten schließlich den verdienten Klassenerhalt.

„Ein herzliches Dankeschön an alle, die mitgeholfen und immer wieder spontan ausgeholfen haben. Nur so funktioniert Teamgeist. In guten Zeiten kann jeder zusammenhalten – wir haben es auch in schwierigen Zeiten geschafft“, resümiert Kai Uwe Müller.

Für die kommende Saison soll der Kader breiter aufgestellt werden. Gleichzeitig setzt der TuS weiterhin konsequent auf den eigenen Nachwuchs.

Verabschieden muss sich der TuS von Thorben Löffler und David Dussling, die ihre Karrieren beenden, sowie von Gregor Stockinger, den es nach Groß-Bieberau zieht.

Als Neuzugänge stehen Linkshänder Noah Napoli als Option für den rechten Rückraum, Jan Wilkening als flexibler Rückraumspieler, Fridolin Strunz für den linken Rückraum sowie Oliver Midell als Ergänzung des Torhüterteams fest. Ergänzt wird der Kader durch den letztjährigen Torschützenkönig der Bezirksliga aus der „Zwodd“, Konstantin Stutz, sowie einige junge, ambitionierte Talente wie Otto Wendel und Tom Hundertmark.

Zudem werden nach und nach die Langzeitverletzten wieder ins Training einsteigen. Nach seinen Reha-Maßnahmen befindet sich Marvin Busch bereits wieder im Mannschaftstraining. Max Löffler soll ab September schrittweise an die volle Belastung herangeführt werden. Bei Colin Schupp ist ein Einstieg ins Aufbautraining frühestens gegen Ende der Hinrunde möglich. Auch Alexander Stutz und Jonas Ahrensmeier arbeiten sich langsam wieder an den Trainingsbetrieb heran. Ähnliches gilt für Leon Metzger.

Neues gibt es auch im Umfeld der Mannschaft. Die sportliche Leitung wird künftig von Headcoach Björn Friedrich übernommen. Der mittlerweile ehemalige Co-Trainer der Mannschaft Sven Senßfelder übernimmt den Trainerposten beim Lokalrivalen TSV Pfungstadt. Eddy Helfmann und Kai Uwe Müller scheiden aus persönlichen Gründen aus der sportlichen Leitung aus beziehungsweise übernehmen andere Aufgaben innerhalb der Handballabteilung. Müller wird künftig als Abteilungssprecher die interne Kommunikation und unter anderem die Bereiche Spieltagsorganisation und Veranstaltungsmanagement verantwortlich koordinieren, sowie als Head of Communication das Gesicht und die Stimme der Abteilung sein. Als Mannschaftsverantwortlicher bleibt Urgestein Nils Döll der Mannschaft erhalten und wird weiterhin seinen Platz auf der Bank einnehmen. 

Angesichts der Gerüchte um eine künftig zweigleisige Oberliga ist das Saisonziel klar definiert: Der TuS möchte einen Tabellenplatz erreichen, der zur Teilnahme an dieser Liga berechtigt.

Wie immer gilt: Dieses Ziel kann die Mannschaft nur mit der Unterstützung ihrer Fans erreichen. Deshalb freut sich das Team auch in der neuen Saison auf eine lautstarke Halle sowie auf die Unterstützung bei den Auswärtsspielen.

Kader:

Hintere Reihe: Maximilian Löffler, Jan Wilkening, Michael Melzer, Joschua Lugert, Jonas Ahrensmeier, Marten Haltrich

Mittlere Reihe: Björn Friedrich (Coach), Paris Sidiropoulos, Noah Napoli, Luke Sabel, Mika Gläser, Colin Schupp, Max Rotenberger (Edel-Wischer), Nils Döll (Betreuer)

Vordere Reihe: Florian Pierz, Michael Siebler, Kilian Dörfel, Rufus Schreiner, Julius Gehring, Luke Bormet, Marvin Busch

Es fehlen: Leon Winn, Elias Hofmann, Konstantin Stutz, Alexander Stutz, Fridolin Strunz, Oliver Middell, Otto Wendel, Tom Hundertmark, Elias Kopp, Janne Müller und Leon Metzger