Vizemeister und Aufsteiger
Die Zwodd ist bereit für die BOL
Zwanzig Spiele, eine Vizemeisterschaft und der Aufstieg: Die zweite Herrenmannschaft des TuS Griesheim kann stolz auf eine Saison zurückblicken, die sich zu einer sportlichen und mentalen Achterbahnfahrt entwickelt hatte. Im entscheidenden Duell mit der TG Biblis verpasste die „Zwodd“ zwar erneut den Meistertitel, das gesteckte Ziel erreichte sie dennoch. Als Tabellenzweiter schaffte das Team den Sprung in die Bezirksoberliga (BOL) und kehrt damit gemeinsam mit seinen Freunden von der TG aus Biblis auf die nächsthöhere sportliche Bühne zurück.
Die Voraussetzungen waren zu Saisonbeginn anspruchsvoll. Mit Jonas Dissinger und Paris Sidiropoulos rückten zwei Leistungsträger in die erste Mannschaft auf. Auch WBW-Schreck und Buzzer-Beater Maximilian Schwerber stand dem Team zunächst nicht mehr zur Verfügung und verließ den Verein. Unter dem Trainerteam um Sakib Omerovic, Max Meister und Janik Matzel musste sich die Mannschaft deshalb auf mehreren Positionen neu aufstellen. Insbesondere Meister und Matzel übernahmen dabei erneut Verantwortung an der Seitenlinie und auf dem Spielfeld.
Doch die ersten Wochen machten früh deutlich, dass der Weg zum sehnsüchtig erwarteten Aufstieg kein Selbstläufer werden würde. Auf ein gelungenes Trainingslager in Ansbach und den Turniersieg beim vereinseigenen „Zwewwel-Cup“ folgte ein wechselhafter Start in den Ligabetrieb. Gegen das Überraschungsteam und den Aufsteiger SG Arheilgen II musste die Mannschaft eine frühe Niederlage hinnehmen, gegen die Profi-Reserve der Falken aus Bieberau reichte es nur zu einem Unentschieden.
Das Team reagierte mit einer offenen internen Aussprache. Spieler und Trainer analysierten gemeinsam, was bereits funktionierte und an welchen Punkten sie arbeiten mussten. Die Reaktion folgte auf dem Feld: Die Zwodd stabilisierte sich, entwickelte mehr Sicherheit in ihrem Spiel und startete eine echte Siegesserie. Eine Niederlage gegen die TG Biblis zum Jahresabschluss zeigte jedoch, wie eng das Rennen an der Tabellenspitze bleiben würde. Allen war klar, dass es das Rückspiel in sich haben dürfte – nur das Ausmaß war ungewiss.
Auch in der Rückrunde musste die Mannschaft weitere Rückschläge verarbeiten. Nach einem überzeugenden Auswärtserfolg und der Revanche bei der SG Arheilgen II ließ sie gegen die MSG Roßdorf/Reinheim II zu Hause unerwartet einen Punkt liegen. In einer weiteren Mannschaftssitzung sprachen Spieler und Trainer offen über Verantwortung, Abläufe und Verbesserungsmöglichkeiten. Diese Ehrlichkeit wurde zu einer Stärke. Die Zwodd fand zurück in ihren Rhythmus und hielt den Kampf um die Meisterschaft bis zum sich herauskristallisierenden Gipfeltreffen in Biblis weiter offen.
Am Ende fehlte wieder einmal die letzte Konsequenz zum Titel, diesmal in der aus den Nähten platzenden Pfaffenauhalle zu Biblis. Der Aufstieg als Vizemeister war dennoch der verdiente Lohn für eine Mannschaft, die sich nach schwierigen Phasen mehrfach gefangen und als Einheit weiterentwickelt hatte.
Mit dem Aufstieg beginnt für die Zwodd ein neues Kapitel. In der Bezirksoberliga warten höhere Spielgeschwindigkeiten, körperlich anspruchsvolle Duelle und Gegner, die Fehler konsequenter bestrafen. Das Ziel für die Saison 2026/27 ist deshalb klar: Die Mannschaft will sich in der neuen Liga behaupten und den Klassenerhalt sichern.
Dabei muss sie einen bedeutenden Abgang auffangen. „Konsti“ Stutz erzielte in der Aufstiegssaison 185 Tore und wurde damit Torschützenkönig – folgerichtig schließt er sich der Oberliga-Mannschaft des TuS an und rückt in die erste Mannschaft auf. Seine Treffer, seine Durchsetzungsfähigkeit und seine Präsenz im Angriff lassen sich nicht durch einen einzelnen Spieler ersetzen. Künftig soll die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt werden. Verschiedene Akteure sollen im Rückraum, am Kreis und über die Außenpositionen mehr Anteile übernehmen.
Eine wichtige Verstärkung für Team und Teamgeist ist die erneute Rückkehr von Max Schwerber. Der Kreisläufer bringt Erfahrung, körperliche Präsenz und Qualität in beiden Spielrichtungen mit. Im Angriff schafft er Räume und Abschlussmöglichkeiten, in der Abwehr soll er dem Mittelblock zusätzliche Stabilität geben.
Hinzu kommt mit Alex Hoffmann eine echte und zugleich linkshändige Verstärkung auf der rechten Rückraumposition. Der aus Kaiserslautern kommende Neuzugang erweist sich bereits jetzt als echter Gewinn für das Team und als feiner Charakter. Gleiches lässt sich den Jungspunden aus der ehemaligen und aktuellen A-Jugend attestieren. Die Zwodd profitiert von der hervorragenden Jugendarbeit des TuS Griesheim und den konsequent lernwilligen Rohdiamanten aus den eigenen Reihen, die fast schon wie gewohnt sogar bei der ersten Mannschaft Trainingsluft schnuppern dürfen. Wichtige Bestandteile im Perspektivkader der Aktiven, echte Perspektiven im BOL-Kader der Zwodd.
Taktisch setzt das Team auf die Grundlagen, die es bereits in der Aufstiegssaison ausgezeichnet haben: eine aggressive und bewegliche Defensive, gegenseitige Unterstützung und ein schnelles Umschaltspiel. Aus Ballgewinnen sollen einfache Tore entstehen. Im Positionsangriff kommt es darauf an, geduldig zu bleiben, klare Entscheidungen zu treffen und die Abschlussverantwortung innerhalb der Mannschaft breiter zu verteilen.
Der Aufstieg verändert auch die Ausgangslage. Nach den Monaten im engen Titelrennen kann das Team die neue Saison mit Mut und Vorfreude angehen. Die Zwodd weiß, dass sie sich jeden Punkt erarbeiten muss. Gleichzeitig hat die vergangene Spielzeit gezeigt, dass sie auf Rückschläge reagieren und sich in entscheidenden Phasen steigern kann.
Eine wichtige Entwicklung gibt es auch im Unterbau der Handballabteilung. In der Saison 2026/27 stellt der TuS Griesheim erstmals seit längerer Zeit wieder eine dritte Herrenmannschaft. Sie soll Spielern zusätzliche Einsatzzeiten ermöglichen und jungen Akteuren den Übergang aus der Jugend in den Erwachsenenhandball erleichtern.
Davon profitiert auch die Zwodd. Nachwuchsspieler können schrittweise an das höhere körperliche und taktische Niveau herangeführt werden, während Spieler aus dem erweiterten Kader regelmäßig Spielpraxis sammeln. Mit Janne Müller, Elias Kopp, Niklas Heinz und Sviatoslav Kozvik gehören bereits mehrere aktuelle A-Jugendliche zum Umfeld der zweiten Mannschaft.
Erneut stellt man als eine der jüngsten Mannschaften nun die einzige zweite Mannschaft in der gesamten BOL. Trotz ihres jungen Alters haben die Anfang-Zwanzigjährigen teilweise schon zwei BOL-Aufstiege sowie mehrere Saisons in den Knochen und wissen, worauf es ankommt. Zu unseren Jungs stoßen nun also erneut junge Talente, die sich beweisen wollen. Inzwischen langjährige Griesheimer treffen auf motivierte Spieler, die beim TuS ihre nächsten Entwicklungsschritte gehen wollen. Genau diese Mischung soll der Mannschaft helfen, in der Bezirksoberliga zu bestehen.
Die Vorbereitung auf die neue Saison begann am 18. Juni. Trainiert wird dienstags ab 19:00 Uhr in der Großsporthalle und donnerstags ab 19:30 Uhr in der Kirschberghalle. Dort arbeitet die Zwodd an Kondition, Abwehrorganisation und Zusammenspiel und legt damit die Grundlage für das kommende Jahr in der Bezirksoberliga. Die Zielrichtung steht fest: ankommen, lernen und als Mannschaft wachsen. Nach der Vizemeisterschaft und dem Aufstieg beginnt für die junge Zwodd jetzt die nächste Herausforderung.
Kader:
Hintere Reihe: Marius Meyer, Juan Bas Fernandez, Marten Haltrich, Maximilian Schwerber, Janik Matzel
Mittlere Reihe: Heiko Dilling (Betreuer), René Bergmann, Jonas Trauth, Jan Nold, Mika Gläser, Dennis Killer, Max Meister (Co)
Vordere Reihe: Leonardo Posocco Malleiro, Mats Reitz, Philipp Hörrmann, Kilian Dörfel, Marc Dilling, Paul Joachimi, Joel Gottschling
Es fehlen: Jacob Spanheimer, Alex Hoffmann, Andreas Baumbach, Behnam Rahmani, Puja Karsazy, Tilman Penz, Mark Schnitzenbaumer, Sviatoslav Kozvik, Niklas Heinz, Otto Wendel, Tom Hundertmark, Elias Kopp, Janne Müller, Ralf Höhl und Sakib Omerovic (Coach)
