TuS Griesheim II lässt Punkt nach defensiver Achterbahnfahrt liegen
TuS Griesheim II vs. MSG Roßdorf/Reinheim II 36:36 (20:16)

- 11.03.2026, 09:00
Griesheim. Manchmal erzählt ein Ergebnis mehr über ein Spiel, als es einer Spitzenmannschaft lieb sein kann. 36:36 (20:16) trennten sich am Sonntagabend der Tabellenführer TuS Griesheim II und die MSG Roßdorf/Reinheim II in der Bezirksliga – ein Resultat, das vor allem eines offenlegte: die ungewohnte Anfälligkeit der Griesheimer Defensive.
Zur gewohnten Anwurfzeit um 18 Uhr in der Großsporthalle am Felsenkeller empfing der Spitzenreiter den Vorletzten der Liga. Auf dem Papier schien die Rollenverteilung klar. Griesheim ging als Tabellenführer mit nur sechs Minuspunkten in die Partie, die Gäste aus Roßdorf mit einer Tordifferenz von –62 als Außenseiter. Doch schon die Erinnerung an das Hinspiel mahnte zur Vorsicht: Auch damals hatte Roßdorf über weite Strecken dagegengehalten, ehe sich Griesheim am Ende doch deutlich durchsetzte.Diesmal sollte es anders kommen.
Von Beginn an entwickelte sich eine Begegnung, die so gar nicht zur Tabellensituation passen wollte. Besonders der Roßdörfer Rückraum stellte die Gastgeber immer wieder vor Probleme. Allen voran Mads Grimmert. Der groß gewachsene Rückraumspieler fand im Eins-gegen-Eins ebenso Lücken wie aus der Distanz und entwickelte sich schnell zum dominierenden Akteur der Partie.
Beim Stand von 8:12 sah sich Griesheims Trainer Sakib Omerovic früh zu einer Auszeit gezwungen. Zu löchrig, zu teilnahmslos präsentierte sich die Abwehr seines Teams. Ausgerechnet jene Defensive also, die zuletzt beim Auswärtsspiel gegen Spitzenkonkurrent Arheilgen lediglich 29 Treffer zugelassen hatte. Doch die Auszeit zeigte Wirkung.
Mit aggressiverer Deckungsarbeit und mehreren Ballgewinnen fand der Tabellenführer zurück ins Spiel. Aus diesen Situationen heraus entwickelte Griesheim sein gefürchtetes Tempospiel. Mehrfach rollten schnelle Gegenstöße über das Feld, die den Spielverlauf kippen ließen.
Plötzlich gehörte die Partie wieder den Gastgebern. Mit wachsender Sicherheit im Angriff und konsequenterem Zugriff in der Abwehr drehte Griesheim die Begegnung und ging mit einer 20:16-Führung in die Halbzeitpause. Eine komfortable Ausgangsposition – zumindest schien es so.
Doch die zweite Hälfte entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch. Während Griesheim offensiv weiterhin zuverlässig traf, verlor die Defensive erneut an Stabilität. Immer wieder fand Roßdorf Lösungen – meist über Grimmert, der am Ende auf bemerkenswerte 17 Treffer kam.
Auf der anderen Seite hielt Konstantin Stutz die Gastgeber im Spiel. Der Rückraumspieler übernahm Verantwortung, verwandelte fünf Siebenmeter sicher und kam insgesamt auf 14 Tore.
Dennoch blieb die Partie bis in die Schlussphase hinein auf Messers Schneide. Griesheim leistete sich im Spielaufbau einige überhastete Aktionen und technische Fehler, die Roßdorf konsequent nutzte. In den letzten Sekunden dann noch einmal Drama: Ein vergebener Siebenmeter der Gäste sicherte den Gastgebern gerade so noch zumindest einen Punkt. Die Griesheimer können sich bei ihrem, vor allem gegen Ende stark aufspielenden, Torhüter Jacob Spanheimer bedanken.
Tabellenführung bleibt – aber mit Warnsignal
Mit dem 36:36 bleibt der TuS Griesheim II zwar Tabellenführer der Bezirksliga. Sechs Minuspunkte stehen nun auf dem Konto – genauso viele wie bei Verfolger TG Biblis, der lediglich die schlechtere Tordifferenz trennt.
Der Abend in der Großsporthalle hinterließ dennoch eine klare Erkenntnis: Wer zuhause 36 Tore kassiert, darf sich über Punktverluste nicht wundern. Dieses Spiel wurde in der Abwehr verloren.
Für Griesheim heißt es nun, Mund abputzen und nach vorne schauen. Bereits am 15. März wartet die nächste Herausforderung: Auswärts bei der dritten Mannschaft der HSG Groß-Bieberau/Modau, aktuell Tabellenfünfter. Das Hinspiel endete 24:24 – ein weiterer Hinweis darauf, dass im Saisonendspurt jeder Punkt hart erarbeitet werden muss.


