Stark gekämpft, alles gegeben, doch am Ende jubelt Pfungstadt im Derby zurecht
TSV Pfungstadt vs. TuS Griesheim 25:21 (12:10)

- 25.02.2026, 08:00
„Kling Glöckchen, Klingeling — alle sollen wissen, Griesheim ist besch….“ Aber lassen wir das! Derby-Niederlagen schmerzen immer besonders, verbunden mit dem hämischen, unsäglichen Gesang der Dogs umso mehr. Aber der ersten Mannschaft der TuS Handballer konnte man an diesem Abend keinen Vorwurf machen. Die Mannschaft hat alles in die Waagschale geworfen, was zu einem Derby dazugehört: Engagement, Leidenschaft, Einsatzwille und Kampfgeist.
Dass die gastgebenden Hunde aus der Nachbarstadt nach der deutlichen Pleite im Hinspiel in Griesheim so richtig heiß sein würden, war allen Beteiligten auf Griesheimer Seite klar, und man stellte sich vom Anpfiff an auf ein hitziges, kampfbetontes Spiel ein. Im Vergleich zur Vorwoche konnte das Trainer-Duo Friedrich/Senßfelder zumindest wieder auf die zumindest nur noch angeschlagenen Joschua Lugert und Luke Bormet zurückgreifen. Luke Sabel und Konstantin Stutz standen ebenso wieder im Kader. Durch das Saisonende von Kreisläufer David Dussling griff Coach Friedrich in die familiäre Trickkiste und verpflichtete kurzerhand seinen Bruder Lars, der ebenfalls eine Griesheimer Vorgeschichte hat und in der Personalnot gerne aushilft.
Zum Spielverlauf: In der ersten Hälfte sahen die Zuschauer ein körperliches Derby, bei dem harte Defensive und starke Torhüterleistungen auf beiden Seiten das Spiel prägten. Kein Team konnte sich absetzen, die Führung wechselte ständig, und es wurde um jeden Zentimeter auf der Platte gekämpft. Erst in den beiden Schlussminuten konnte sich Pfungstadt einen Zwei-Tore-Vorsprung erarbeiten und ging mit 12:10 in die Kabine.
Die große Frage für den zweiten Durchgang war: Wie lange halten die Kräfte der Griesheimer Stammformation? Pfungstadt kam gleich mit Betriebstemperatur aus der Pause zurück und erhöhte in den ersten fünf Spielminuten auf 14:10. Griesheim war jetzt über zehn Minuten ohne Treffer und drohte, den Anschluss zu verlieren. Doch wieder einmal flackerte der Griesheimer Kampfgeist auf, und ein Doppelschlag von Pierz und dem erneut starken Paris Sidiropoulos brachte die Zwiebelstädter wieder heran.
Griesheim hielt den Abstand in Grenzen, aber Pfungstadt lag weiterhin knapp in Front. Doch die Kräfte der Griesheimer schwanden zusehends. Der endgültige Bruch kam, als L. Feldmann auf Seiten der Pfungstädter nach einem überharten Einsteigen gegen Jonas Ahrensmeier disqualifiziert wurde und der Griesheimer Leader für einige Minuten durchschnaufen musste. Pfungstadt zog 13 Minuten vor Spielende auf sechs Tore davon und verwaltete diesen Vorsprung gekonnt bis zum Spielende. Den Schlusspunkt setzten jedoch die Gäste mit dem Comebacktreffer durch Lars Friedrich zum letztlich verdienten 25:21-Endstand.
„Wir sind faire Sportsleute und gratulieren Pfungstadt zum Derbysieg, die heute einfach mehr Körner als wir hatten. Hochachtung aber genauso an unsere Jungs, die erneut alles gegeben haben. Mit dieser Leistung werden wir uns trotz der Situation auch bald wieder Punkte holen, weil die Einstellung und die Moral stimmen!“, so Sprecher Kai Uwe Müller. Nach der kleinen Negativserie ziehen die Pfungstädter jetzt an Griesheim vorbei, die sich weiterhin in Schlagdistanz auf Platz 8 mit 18:16 Punkten wiederfinden.
Weiter geht’s am kommenden Wochenende zu Hause gegen das Tabellenschlusslicht aus Babenhausen, das aber trotz der Platzierung keinesfalls zu unterschätzen ist, wie der Last-Second-Punktgewinn im Hinspiel beweist. Die gebeutelte junge Truppe des TuS braucht in dieser Phase jede Unterstützung und freut sich auf eine starke, rote Wand am kommenden Sonntag um 18 Uhr in der Großsporthalle.
Für den TuS spielten und trafen: Rufus Schreiner, Julius Gehring (beide Tor), Michael Siebler (2), Jonas Dissinger, Joshua Lugert, Jonas Ahrensmeier (6), Paris Sidiropoulos (5), Lars Friedrich (1), Konstantin Stutz (2), Luke Sabel, Luke Bormet (3), Otto Wendel, Florian Pierz (2), Elias Hofmann
