Aktuelle Presseartikel
Hier finden Sie aktuelle Presseartikel zu unseren Veranstaltungen.
(GA - Griesheimer Anzeiger / GW - Griesheimer Woche / DE - Darmstädter Echo)
"Die Welle" - GA vom 24. April 2024
Das Stück geht unter die Haut
„Die Welle“ der Zwiebelbühne schockiert, rüttelt auf und vermittelt
Als sich nach dem Theaterstück „Die Welle“ der rote Vorhang im Kultus schließt, herrscht betroffenes Schweigen. Die Intensität des Stückes‚ das zeigt, wie falsch verstandenes Zusammengehörigkeitsgefühl, ein Führeridol und fragwürdige Grundsätze junge Menschen beeinflussen und für totalitäre Systeme begeistern können sowie die klare Botschaft, sich gegen rechts zu positionieren, ließ die Besucher innehalten. So dauerte es eine ganze Weile, bis sich die Spannung im abgedunkelten Saal löste und das Publikum den jungen Schauspielern für ihre bemerkenswerte Leistung applaudierte.
Morton Rhues Roman „Die Welle" aus dem Jahr 1981 basiert auf einer wahren Begebenheit‚ einem Sozialexperiment aus den USA, mit dem der Geschichtslehrer Ron Jones 1967 seine Schüler vor der Anziehungskraft faschistischer Bewegungen warnen wollte. Regisseurin Kerstin Halla hat den Text komplett überarbeitet und nach eigenen Recherchen aktualisiert. In ihrer Inszenierung thematisiert der Gesamtschullehrer Rainer Berger (Holger Leichtweiß) das „Dritte Reich“ und konfrontiert seine Schüler mittels Film mit den Gräueltaten der Nazis. Warum die Menschen nichts dagegen unternommen haben oder warum niemand etwas gewusst haben will, wollen die Schüler wissen und bezweifeln, dass in der heutigen Zeit so etwas passieren könnte. Rainer Berger überlegt daher, wie er seinen Schülern vermitteln kann, was damals passiert ist, und startet ein Experiment.
Er drillt die Schüler in militärischer Disziplin und führt eine Hierarchie, knackig klingende Parolen und einheitliche Kleidung ein. Die Schüler sind begeistert von der Schulung des Kameradschaftsgeistes und des Gehorsams. Schon bald hört man auf den Fluren der Schule die Parole „Stärke durch Disziplin! Stärke durch Gemeinschaft! Stärke durch Aktion!“, die von einer wellenartigen Handbewegung als Begrüßungsritual begleitet wird.
Die „Welle“ ist geboren. Die sprühende Energie der Schüler führt zu immer mehr Ideen. Das eigens entworfene Logo wird an Wände gesprüht, Flyer werden gedruckt und andere Schüler für die „Welle" angeworben und diejenigen, die sich nicht anschließen wollen, werden ausgegrenzt. Durch die wachsende Begeisterung der Schüler nistet sich das faschistische Gedankengut spielerisch ein.
Je mehr es jedoch die Individualität auslöscht, desto brutaler und radikaler und gespaltener wird die Gruppe und die „Welle“ wird zu einer immer weiter anschwellenden Flut, die alles und alle mit sich fortzureißen droht. Das Experiment entgleitet und dem Lehrer wird klar, dass er es so schnell wie möglich beenden muss.
Die Inszenierung der Zwiebelbühne besticht durch ein minimalistisches Bühnenbild, schnelle Szenenwechsel sowie eingeblendete Videos und schwarz-weiße Originalfotos aus der Zeit des Nationalsozialismus. Hervorzuheben ist aber vor allem die schauspielerische Leistung der jungen Akteure, denen es gelingt, mit einer authentischen Jugendsprache Charaktere zu definieren, die in jugendlicher Neugier und Begeisterungsfahigkeit der Verführung eines charismatischen Führers erliegen.
Das Ziel des Ensembles, die Zuschauer anzuregen, Aussagen zu hinterfragen, Erlebtes zu reflektieren und sich eine eigene Meinung zu bilden, ist voll aufgegangen. So diskutierten die Besucher im Anschluss an die Premiere in kleinen Gruppen gemeinsam mit den Akteuren über aktuelle politische Themen. Thematisiert wurden beispielse Fragen wie "Was gibt es einer Gruppe, sich einer anderen gegenüber überlegen zu fühlen?", „Wann wird Zusammenhalt in der Gruppe zur Ausgrenzung anderer?", „Wer kämpft für was und wer schaut zu?” und „Braucht es letztlich nur entsprechend viele schweigende Zuseher, um die Demokratie zu gefährden?“.
Das Theaterstück „Die Welle" ist nochmals am 26. und 27. April, jeweils um 19.30 Uhr, und am 28. April, um 17 Uhr, zu sehen. gu
"Tot ist Tot" - GA vom 06. März 2024
War es Unfall oder doch Mord?
TuS-Zwiebelbühne präsentiert unterhaltsame Krimi-Komödie - Noch vier weitere Vorstellungen
Zum 125-jährigen Vereinsjubiläum des TuS Griesheim eröffnete die Zwiebelbühne die Theatersaison 2024 mit einer Krimi-Komödie von Claudia Kumpfe und brachte unter der Leitung von Bernd Martens mit „Tot ist tot" ein unterhaltsames Theaterstück voller Spannung, Witz und großen Überraschungen auf die Bühne des Kultus.
War es ein Unfall oder Mord?, das fragten sich nicht nur die Zuschauer, sondern auch die beiden Kommissare Stefan (Andreas Droll) und Harry (Bernd Martens) nachdem der Hausherr Siegmund vom Seiden die Treppe heruntergestürzt und tot war. Das skuirrile Kommissaren-Team versuchte dessen Tod aufzuklären, was sich schnell als sehr kompliziert herausstelte. Als Verdächtigee standen sechs Frauen im Mittelpunkt, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und jede könnte die Mörderin sein. War es die überfromme Zwillingsschwester Sieglinde vom Seiden (Heike Bialk), die Hausherrin und Ehefrau des Verstorbenen Beate vorn Seiden (Elke Brück) oder aber deren beste Freundin Birgit (Sabine Rothenburger-Stoll) Gleichermaßen verdächtig waren sowohl die alte Haushälterin Sophia (Türkan Kocakafa) als auch deren Nachfolgerin (Alisa Kaiser) sowie Penelope (Ljiljana Jozic), die angeblich schwangere Ex-Geliebte des Opfers.
Mit reichlich Streit, Eifersüchteleien, gegenseitigen Verdächtigungen und Hass brachten die Damen das Kommissaren-Team ziemlich durcheinander. Jede von ihnen war auf merkwürdige Art und Weise mit dem Toten verbunden, und alle hatten ein handfestes Motiv. Immer neue Perspektiven und Enthüllungen sorgten nicht nur für Spannung, sondern auch für Verwirrung des Publikums, so dass während der Pause heftig spekuliert wurde, wer denn nun schuldig sei am Tod des Siegmund vom Seiden. "Jetzt will ich es aber wissen", beharrte eine Zuschauerin und mutmaßte lachend: „Am Schluss war's der Gärtner." Letztendlich wurde der Tod des Hausherrn durch Kommissar Stefan und mit Hilfe der telefonisch zugeschalteten Spurensicherung in der 90-minütigen Spielzeit aufgeklärt, Überraschung inklusive.
Das von der Zwiebelbühne inszenierte Boulevardstück lebt von den unterschiedlichen Charakteren der verdächtigen Damen und deren „Stutenbissigkeit", den beiden unbeholfen wirkenden Kormmissaren, die an bekannte TV-Ermittler erinnerten, die immer wieder eingespielte „Stahlnetz"-Titelmelodie und Wortspielereien, die stets für Lacher sorgen. So macht Elke Brück als hochnäsige Hausherrin aus Penelope Höschen mit spitzer Zunge stets ein „Frollein Hös-chen", Heike Bialk als gottesfürchtige Schwägerin erweist sich als Kennerin der Todsünden und Ljiljana Jozic als sitzengelassene Geliebte kokettiert mit ihrer angeblichen Schwangerschaft und andauernden Übelkeit. Regisseur und Kommissar-Darsteller Bernd Martens überzeugt als einfältiger „Harry" und sein „Chef" Andreas Droll bringt nach und nach Licht ins Dunkel und sorgt für Aufklärung des komplizierten Kriminalfalls.
Das Publikum, dankbar für den amüsanten und kurzweiligen Abend, spendete reichlich Applaus und sparte in persönlichen Gesprächen mit den Darstellern nicht mit Sonderlob für deren Leistungen. Wer die Ermittlungen zum Tod von Herrn vom Seiden bei der Zwiebelbühne live erleben möchte, hat dazu nochmals Gelegenheit am Freitag, 8. März, und Samstag, 9. März, sowie am Freitag, 15. März, und Samstag, 16. März, jeweils um 20 Uhr. (gu)
"Tot ist Tot" - GA vom 27. Januar 2024
Zwiebelbühne startet in die Theatersaison
Stück: "Tot ist tot! Jede könnte die Mörderin sein"
Zum 125-jährigen Vereinsjubiläum des TuS eröffnet die Zwiebelbühne im März mit der Krimikomödie „Tot ist tot" von Claudia Kumpfe die Theatersaison 2024. Unter der Leitung von Bernd Martens bringt das Amateurtheater ein unterhaltsames Theaterstück voller Spannung, Witz und großen Überraschunpen auf die Bühne.
Hausherr Siegmund von Seiden ist die Treppe heruntergestürzt und tot. War es ein Unfall oder Mord? Die skurrilen Kommissare versuchen seinen Tod aufzuklären. Am Ort des Geschehens, dem Familiensitz derer von Seiden, treffen sie auf sechs höchst ungleiche Frauen. Das ganze Ermittlungsgeschick der Kriminalisten ist gefordert, denn alle sind verdächtig. Jede der Damen war mit dem Toten auf merkwürdige Weise verbunden, jede scheint ein handfestes Motiv zu haben, aber nur eine der Frauen hat ein Alibi.
Die Zuschauer können die Ermittlungen am 1., 2., 8., 9., 15. und 16. März, jeweils um 20 Uhr, im Kultus live verfolgen. Die Karten sind ab dem 22 Januar in den bekannten Vorverkaufsstellen in Griesheim und Darmstadt und an der Abendkasse erhältlich, so der TuS in einer Mitteilung. Tickets können vorab auch online unter www.zwiebelbuehne.de reserviert werden. jp


