Wenn das Wörtchen „Wenn“ nicht wäre

Herren 1 der TuS-Handballer mit schwieriger Saison 2025/26

Logo des TuS Griesheim in rotem Wappen mit weißen Buchstaben und Linien.

Bevor wir näher auf das abgelaufene Handballjahr der ersten Mannschaft eingehen, zunächst ein paar relevante Infos vorweg. Die TuS’ler ergänzten zu Beginn ihre sportliche Leitung um Janik Matzel, der sich schwerpunktmäßig um die zweite Mannschaft kümmern sollte. Somit bestand das Team hinter dem Team aus Michael „Eddy“ Helfmann, Janik Matzel und Kai-Uwe Müller sowie den beiden Mannschaftsverantwortlichen Nils Döll und Heiko Dilling.

Hier ein kurzer Abriss der Saison in Zahlen:
10. Tabellenplatz mit 24:28 Punkten bei einem Torverhältnis von 765:783 (-18), Bilanz: 11 Siege, 2 Unentschieden, 13 Niederlagen. Die meisten Tore erzielten Marvin Busch mit 101 Treffern in 14 Spielen, Jonas Ahrensmeier mit 97 Toren in 16 Spielen und Florian Pierz mit 97 Treffern in 26 Partien. Dazu kamen 36 gelbe Karten, 76 Zeitstrafen und eine rote Karte.

„Wir haben den Kader in diesem Jahr nur punktuell verstärkt, weil wir einfach von der Qualität des Kaders überzeugt sind!“, mit diesen Worten begrüßte Kai-Uwe Müller aus der sportlichen Leitung die Mannschaft zum Auftakt der Vorbereitung.

Als Neuzugänge konnte man Rückkehrer und Torwart-Routinier Julius Gehring aus Groß-Bieberau, die „Aufsteiger“ aus der eigenen Zwodd – Paris Sidiropoulos, Jonas Dissinger und Luke Sabel – sowie Leon Metzger, der bereits in der Rückrunde das Team verstärkte, begrüßen. Ergänzt wurden die Neuzugänge noch durch den Linkshänder Gregor Stockinger. Das Team komplettierte Sven Senßfelder, der nach jahrelanger Tätigkeit in Büttelborn als Aktiventrainer in Griesheim eine neue Herausforderung als Co-Trainer suchte.

Nach der schweißtreibenden und durchwachsenen Vorbereitung startete die Truppe gleich mit einer deftigen Niederlage gegen das Spitzenteam aus Kahl-Kleinostheim. Danach wechselten Licht und Schatten fast wöchentlich. Überragende Leistungen am Zwiebelmarkt-Samstag beim Auswärtssieg in Offenbach und der grandiose Derby-Heimsieg gegen die Dogs aus Pfungstadt wechselten sich mit schwachen Vorstellungen in Babenhausen und im Heimspiel gegen die SG Arheilgen ab.

Es fehlte an Konstanz – über mehrere Spiele hinweg oder innerhalb der Spiele selbst. Sicherlich auch ein Hinweis auf die Vorbereitung, in der es augenscheinlich nicht dauerhaft gelang, Automatismen zu etablieren. Die größte Konstante war jedoch schon in dieser Phase ein selten dagewesenes Verletzungspech. So fielen Leistungsträger wie Ex-Torschützenkönig Max Löffler und Colin Schupp nahezu die komplette Saison aus. Hinzu kamen diverse Kreuzbandrisse und schwere Schulterverletzungen, um nur einige „Highlights“ zu nennen.

Umso erstaunlicher und bemerkenswerter war der Turnaround zum Ende der Hinrunde, der mit einer Siegesserie von fünf Erfolgen in Folge und Tabellenplatz zwei endete. Hier zeigte die Rumpftruppe endlich ihr Potenzial, und man schnupperte an den obersten Tabellenregionen.

Als mit den bis dato erfolgreichsten Scorern Marvin Busch und Jonas Ahrensmeier zwei weitere Führungsspieler langfristig ausfielen, wurde die Höhenluft wieder dünner. Das gewiefte Trainerteam improvisierte mit allem, was zur Verfügung stand. So wurden mit den bereits im Ruhestand befindlichen Gebrüdern Rinschen und Lars Friedrich gleich mehrere ehemalige Spieler kurzerhand reaktiviert. Der Leader der Zwodd, Konstantin Stutz, half im Rahmen des Regulariums aus, wo er konnte, und der A-Jugendliche Otto Wendel wurde befördert.

In den Spielen zeigte sich oft das gleiche Bild: Die Mannschaft hielt über weite Strecken gut mit oder lag sogar in Front, doch gegen Ende fehlten die Körner, und die Spiele gingen trotz teilweise guter Leistungen verloren. Der Vorsprung auf die Abstiegsplätze in der sehr ausgeglichenen Liga schwand mehr und mehr.

Einmal mehr bewiesen die Jungs jedoch, was sie ausmacht: unbändiger Teamgeist und große Moral. Zwei überzeugende Auswärtssiege in Bachgau und Niederrodenbach tüteten letztendlich den verdienten Klassenerhalt ein. Ein versöhnliches Ende einer schwierigen Saison, in der es in der Rückrunde oft mehr Spieler mit Krücken auf der Tribüne gab als Punkte zu gewinnen.

Hut ab vor dem immer noch jungen Team, das sich letztendlich selbst am Schopf aus dem Abstiegssumpf gezogen hat.

„Ein herzliches Dankeschön an alle, die mitgeholfen haben und immer spontan eingesprungen sind. Nur so funktioniert Teamgeist. In guten Zeiten kann jeder zusammenhalten – wir haben es auch in schwierigen Zeiten geschafft“, resümiert Müller zum Schluss.

„Wir werden den Kader in der kommenden Saison etwas breiter aufstellen, um auf solche Extremsituationen besser vorbereitet zu sein. Deshalb setzen wir weiterhin verstärkt auf die Jugend.“

Als Abgänge verzeichnen die TuS’ler schweren Herzens die langgedienten Recken Thorben Löffler und David Dussling, die ihre Karriere beenden, sowie Gregor Stockinger, den es nach Groß-Bieberau zieht. Als feste Neuzugänge stehen derzeit Noah Napoli und Jan Wilkening fest.

Grundsätzlich setzt das Team auf Konstanz und hofft, den einen oder anderen Rückkehrer bald wieder im Training begrüßen zu dürfen. Jetzt heißt es erst einmal: Wunden lecken, heilen lassen und Kräfte tanken. Einen ausführlicheren Ausblick geben die Handballer in den kommenden Wochen.

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