Willkommen in der Bezirksoberliga: Zwodd ärgert letztjährigen Vizemeister eine Halbzeit lang
TuS Griesheim II vs. SV Erbach 25:37 (14:18)

- 16.09.2026, 09:00
Endlich wieder Bezirksoberliga! Nach zwei langen Spielzeiten in der Bezirksliga und dem verdienten Doppelaufstieg mit den Freunden der TG-Biblis darf sich die Griesheimer Zwodd nun endlich wieder eine Etage höher beweisen. Zwei Jahre, in denen die junge, und nun einzige Zweite Mannschaft der BOL, gereift ist, Erfahrungen gesammelt und sich Stück für Stück weiterentwickelt hat. Gleichzeitig hat sich das altbekannte Gesicht der Truppe im Sommer ein wenig verändert. Punktuelle Verstärkungen und motivierte Jugendspieler sind neu dazugekommen. Manch alter Bekannter ist nicht mehr aktiv dabei oder unterstützt von nun an die wieder ins Leben gerufene Herren 3. Nicht zuletzt, ist mit Konstantin Stutz der Torschützenkönig und Rückraum-Shooter der vergangenen Saison nun fest zur ersten Mannschaft aufgerückt. Eine Sommerpause der Findungsphase und Standortbestimmung. Einen ersten Vorgeschmack auf das Niveau der Bezirksoberliga gab es bereits eine Woche zuvor beim Corwex-Zwewwel-Cup. Gegen die HSG Goldstein/Schwanheim hielt die personell ebenfalls geschwächte Zwodd lange stark mit, ehe sich die fehlenden Körner im kleinen Kader bemerkbar machten. Ähnlich schwierig gestaltete sich die personelle Situation nun zum Saisonauftakt. Neben Juan Bas Fernandez und Neuzugang Alex Hoffmann fehlten mit Janik Matzel, Paul Joachimi und Jonas Trauth wichtige Schlüsselspieler und ergänzende Optionen. Trainer Sakib Omerovic sowie Co- und Spielertrainer Max Meister, ebenfalls pausiert, griffen daher auch auf ein paar angeschlagene Kräfte und sich bewiesene A-Jugendliche zurück, die zum Teil allerdings noch das vorherige Spiel der dritten Mannschaft in den Knochen hatten. Ein einmaliges Gastspiel aufgrund der Spieltagskonstellation gab es zudem von Michael Siebler aus der Ersten – eine echte Unterstützung ... Denn mit dem SV Erbach gastierte am Sonntagabend direkt einmal der letztjährige Vizemeister in der Griesheimer Großsporthalle. Die Odenwälder stehen für körperlich robusten, schnellen und bestens eingespielten Handball und ein Erbacher Kollektiv, das insbesondere über die erste und zweite Welle richtig unangenehm werden kann. Ein erster Gradmesser also, um zu sehen, wie gut die Zwodd nach ihrer Rückkehr mithalten kann.
Vor einer der neuen Liga würdigen Kulisse wollte Griesheim vor allem eines: den Heimvorteil nutzen, Spaß am Handball haben und zeigen, dass man mithalten kann. Und genau das gelang in der ersten Halbzeit. Bis zum 8:8 nach gut 15 Minuten begegnete der Aufsteiger dem letztjährigen Vizemeister komplett auf Augenhöhe. Besonders die offensive Deckung der Gäste verlangte den Zwiebelstädtern dabei einiges ab. Erbach wechselte zwischen einer offensiven 5:1 und einer noch offensiveren 3:3-Formation, die nicht nur kreative Lösungen, sondern auch ordentlich Laufarbeit erforderte. Gerade gegen die 3:3 tat sich die Zwodd schwer, das sonst in der Vorbereitung gut funktionierende Zusammenspiel mit dem Kreis aufzuziehen. Trotzdem fand man immer wieder andere Wege zum Tor. Marius Meyer übernahm im Rückraum zunehmend Verantwortung und sollte mit sieben Treffern am Ende bester Griesheimer Torschütze werden. Erst im letzten Drittel der ersten Hälfte gelang es Erbach, sich etwas deutlicher abzusetzen. Aus dem 9:10 wurde zwischenzeitlich ein 10:15, doch die Zwodd ließ sich nicht abschütteln und blieb bis zur Pause dran. Mit 14:18 ging es in die Kabinen. Vier Tore Hintertreffen gegen den letztjährigen Vizemeister. Eine Halbzeit, mit der Trainerteam und Mannschaft im Prinzip sehr zufrieden sein konnten. Genau diese 30 Minuten machten Mut und zeigten, auf welchem Niveau die neu formierte Mannschaft bereits mitspielen kann.
Nach dem Seitenwechsel wollte Griesheim daran anknüpfen und neue Lösungen präsentieren, hatte für die intensive erste Hälfte allerdings bereits einige Körner investiert. Trotzdem hielt die Zwodd den Abstand zunächst in Reichweite und verkürzte nach knapp 40 Minuten noch einmal auf 19:23. Defensiv fehlte allerdings über weite Strecken der letzte Zugriff im Eins-gegen-Eins. Erbach kombinierte sich immer wieder zwischen den Positionen durch und kam dadurch häufig frei am Sechsmeterraum zum Abschluss. Gleichzeitig lief das gefürchtete Umschaltspiel der Gäste an, während Griesheim selbst kaum zu einfachen Gegenstoßtoren kam. Der eigentliche Knackpunkt folgte Mitte der zweiten Hälfte. Nach einem vergebenen Siebenmeter übernahm René Bergmann vom Strich und traf zweimal sicher, doch ausgerechnet das 20. Griesheimer Tor wollte anschließend einfach nicht fallen. Freie Möglichkeiten blieben liegen, die Angriffe wurden zunehmend hektischer und Erbach nutzte diese Phase konsequent. Aus dem 19:23 folgte mit fünf Treffern in Folge das 19:28. Ein unglücklicher Bruch im Griesheimer Spiel, von dem sich die Mannschaft nicht mehr erholen sollte. Die frischen Impulse von der Bank waren aufgrund der personellen Situation nur noch bedingt möglich. Mit Blick auf die Anzeigetafel verteilte das Trainerteam dennoch und folgerichtig wichtige Spielpraxis an die jungen Talente. Erbach spielte die Partie derweil konsequent zu Ende und zog weiter davon. So stand nach 60 Minuten ein 25:37 auf der Anzeige. Unterm Strich ein verdienter Sieg für den letztjährigen Vizemeister, der aus Griesheimer Sicht in dieser Höhe dennoch ärgerlich und ein Stück weit unnötig erschien.
Entsprechend waren nach Abpfiff auch einige geknickte Gesichter zu sehen. Weniger, weil man gegen die vermeintliche Spitzenmannschaft der neuen Liga verloren hatte, sondern vielmehr aufgrund der Art und Weise, wie das Ergebnis in der zweiten Hälfte noch so deutlich werden konnte. Die ersten 30 Minuten hatten schließlich gezeigt, dass die Zwodd auch gegen einen Gegner dieses Kalibers mithalten kann. Genau diese Halbzeit und das Positive gilt es mitzunehmen. Gleichzeitig weiß die Mannschaft nun früh, wie schnell fehlende Konsequenz und ausgelassene Chancen in der Bezirksoberliga bestraft werden. Am kommenden Sonntag, den 20. September, wartet um 18 Uhr auswärts in Riedstadt bereits die nächste Gelegenheit für Punkte. Dort möchte die Zwodd möglichst das Gesicht der ersten Halbzeit über die komplette Spielzeit zeigen und die ersten Zähler der Saison mit nach Griesheim nehmen. Ein großes Dankeschön geht abschließend an die zahlreichen Zuschauer für die starke Stimmung zum Saisonauftakt. Phasenweise entwickelte sich die Großsporthalle auch bei der zweiten Mannschaft zu einem kleinen Hexenkessel. Genau dort wollte das Team nach zwei Jahren endlich wieder hin. Jetzt möchte sie beweisen, dass sie gekommen ist, um zu bleiben.
Für den TuS spielten und trafen: Kilian Dörfel, Jacob Spanheimer (beide Tor), Marius Meyer (7), Andreas Baumbach (4), René Bergmann (4/2), Maximilian Schwerber (4/2), Behnam Rahmani (3), Michael Siebler (1), Mika Finn Gläser (1), Elias Kopp (1), Leonardo Posocco Malleiro, Sviatoslav Kovzik, Mats Leon Reitz, Janne Müller, Philipp Hörrmann.


