Starke erste Hälfte reicht nicht: Zwodd gibt mögliche Punkte in Riedstadt aus der Hand

HSG Riedstadt vs. TuS Griesheim II 34:28 (13:16)

Logo des TuS Griesheim in rotem Wappen mit weißen Buchstaben und Linien.

Zweites Spiel, zweite Niederlage und ein ernüchterndes Gefühl nach Abpfiff. Nach dem schweren Auftakt gegen den letztjährigen Vizemeister aus Erbach wartete auf die Griesheimer Zwodd mit der HSG Riedstadt die nächste anspruchsvolle Aufgabe. Die Gastgeber waren mit einem deutlichen Heimerfolg gegen Mitaufsteiger TG Biblis in die Saison gestartet und entsprechend mit ordentlich Selbstvertrauen ausgestattet. Auf Griesheimer Seite entspannte sich die Personalsituation im Vergleich zur Vorwoche merklich. Bis auf Janik Matzel und Alex Hoffmann standen die meisten etablierten Kräfte wieder zur Verfügung. Mit Juan Bas Fernandez kehrte ein wichtiger und zugleich beidhändiger Bestandteil aus dem schönen Spanien zurück. Auch die jungen Otto Wendel und Janne Müller waren wieder mit dabei. Zudem nutzte Michael Siebler erneut die Spieltagskonstellation der spielfreien Ersten für ein weiteres Gastspiel bei der Zwodd. Außerdem hatten einige Youngsters bereits zuvor beim 27:19-Erfolg der dritten Mannschaft gegen Riedstadt III auf der Platte gestanden. Ein gutes Omen für einen Auswärtssieg? Zumindest die Motivation war groß, nach dem ersten Lehrgeld gegen Erbach nun die ersten Bezirksoberliga-Punkte einzufahren. Vor einer gut gefüllten Erfeldener Großsporthalle, in deren Umfeld bereits die Parkplatzsuche zur ersten Herausforderung des Abends wurde, war alles für das zweite BOL-Spiel der jungen Griesheimer angerichtet.

Und die Zwodd zeigte von Beginn an, dass sie an diesem Abend etwas mitnehmen wollte. Über 2:0 und 5:3 erwischten die Gäste den besseren Start, ehe sich eine ausgeglichene Partie entwickelte. Riedstadt präsentierte aus der 6:0-Deckung heraus einen überraschend schnellen Handball und drückte vor allem über die zweite Welle ordentlich aufs Tempo. Griesheim hielt dagegen, fand dieses Mal wieder deutlich bessere Lösungen in der Kooperation mit dem Kreis und kam auch über die Außen regelmäßig zum Erfolg. Gerade dort zeigte sich im Laufe der Partie, dass durchaus noch mehr möglich gewesen wäre. Zwar steuerten diese mit elf Treffern einen großen Teil der Griesheimer Tore bei, ließen zu allem Ärgernis aber gleichzeitig noch die eine oder andere gute Möglichkeit liegen. Ein Fingerzeig, diesen Weg künftig vielleicht noch konsequenter zu suchen. Gleichzeitig entwickelte sich zwischen Jacob Spanheimer und Riedstadts Andreas Krasusky ein kleines Torhüterduell. Beide entschärften wichtige Bälle und verhinderten damit, dass sich eine Mannschaft früh entscheidend absetzen konnte. Nach dem zwischenzeitlichen 10:9 für die Gastgeber folgte die stärkste Griesheimer Phase. Michael Siebler glich aus, Andreas Baumbach legte nach und beim 10:13 durch René Bergmann hatte sich die Zwodd erstmals etwas Luft verschafft. Auch wenn die Führung aufgrund einiger ausgelassener Riedstädter Möglichkeiten und des einen oder anderen glücklichen Moments vielleicht etwas schmeichelte, war sie keineswegs unverdient. Drei Tore Vorsprung zur Halbzeit und das klare Gefühl: Heute ist etwas drin. Genau deshalb war die Marschroute in der Kabine klar. Nicht verwalten, sondern wenn möglich nachlegen und dem Spiel das Selbstbewusstsein spürbar aufdrücken.

Doch genau das sollte leider (wieder) nicht gelingen. Riedstadt kam mit ordentlich Dampf aus der Kabine und benötigte gerade einmal fünf Minuten, um mit vier gewaltsamen Treffern aus dem 13:16 eine eigene 17:16-Führung zu machen. Die Zwodd fing sich zunächst noch einmal und stellte auf 17:17, doch das Momentum war nun auf die Seite der Gastgeber gekippt. Vor allem Justin Kral und Moritz Gerbig übernahmen zunehmend das Kommando und trafen immer wieder aus dem Rückraum. Griesheim bekam im Eins-gegen-Eins weniger Zugriff, während zugleich die Torhüterleistung aus der ersten Hälfte nicht mehr erreicht werden konnte. Trotzdem blieb die Partie zunächst eng. Paul Joachimi fand nun auch über die eingeübten Überzahlaktionen von außen immer besser ins Spiel. Bis zum 24:21 nach 45 Minuten war noch nichts entschieden. Allerdings gelang es der Zwodd danach nicht mehr, den entscheidenden Lauf zu starten. Im Nachhinein musste man sich auch selbst ankreiden, die Belastung nicht früher auf mehr Schultern verteilt und vielleicht etwas zu spät, in Form einer Auszeit, auf den Riedstädter Lauf reagiert zu haben. Eingespielte Kräfte waren drauf und dran, noch den Zahn zu ziehen, ließen aber mit zunehmender Spielzeit die letzten entscheidenden Körner. Riedstadt entwickelte nun regelrecht Fortune. Gefühlt fand beinahe jeder Wurf seinen Weg ins Griesheimer Tor. Der eingewechselte Kilian Dörfel war angesichts der folgenden Slapstick-Tore schlichtweg machtlos. Über 25:21 und 28:24 wuchs der Abstand langsam an, beim 30:25 sechs Minuten vor Schluss war die Vorentscheidung gefallen. Die Zwodd ließ sich zwar nicht hängen und brachte die Partie ordentlich zu Ende, konnte das Ruder aber nicht mehr herumreißen. Ein kleines familiäres Randduell konnte Griesheim allerdings für sich entscheiden: Leonardo Posocco Malleiro traf zweimal für Griesheim, ehe sein Bruder Ricardo kurz vor Schluss seinen einzigen und den letzten Riedstädter Feldtreffer zum 34:28-Endstand erzielte.

Diese Niederlage fühlt sich ganz anders an als noch eine Woche zuvor. Die Zwodd hatte die ersten Punkte der Saison nach einer tollen Halbzeitführung in den eigenen Händen. Umso ernüchternder war es, dass das Spiel nach dem Seitenwechsel innerhalb weniger Minuten kippte und die Mannschaft anschließend nicht mehr zu ihrem Rhythmus aus der ersten Hälfte zurückfand. Riedstadt nutzte diese Schwächephase konsequent und verdiente sich den zweiten Saisonsieg durch eine deutlich stärkere zweite Hälfte. Trotzdem bleiben einige Lichtblicke. Die Kreiskooperation funktionierte wieder deutlich besser, über die Außen entstanden viele gute Lösungen und die jungen Spieler fügen sich zunehmend in die Mannschaft ein. Die Mannschaft sieht, was sie kann. Jetzt muss sie noch erwachsener spielen, solche Partien konsequent zu Ende bringen und ihr Repertoire um weitere Optionen aus dem Rückraum erweitern. Gelingt das, wird diese Zwodd in der Bezirksoberliga wieder schwerer zu schlagen sein. Die Zwodd bedankt sich bei Michael Siebler, der vorerst sein letztes Gastspiel für die Zweite absolviert haben dürfte und von nun an wieder in der ersten Mannschaft dirigiert. Auf Alex Hoffmann und Janik Matzel muss die Mannschaft voraussichtlich noch bis zum zweiten Heimspiel der Saison gegen Fürth/Krumbach verzichten. Bereits am kommenden Zwiebelmarkt-Sonntag wartet aber schon die nächste Gelegenheit auf die ersten Punkte. Genauer gesagt gastiert die Zwodd am 27. September um 18 Uhr bei der MSG Roßdorf/Reinheim. Auch dort wartet eine schwere Aufgabe gegen eine etablierte Mannschaft. Verstecken muss man sich allerdings nicht. Jetzt heißt es, aus zwei lehrreichen Niederlagen die richtigen Schlüsse zu ziehen, die guten Phasen endlich über 60 Minuten zu bringen und optimistisch zu bleiben. Ein großes Dankeschön geht abschließend auch an die mitgereisten Griesheimer für die Unterstützung in Erfelden.

Für den TuS spielten und trafen: Jacob Spanheimer, Kilian Dörfel (beide Tor), Maximilian Schwerber (6/2), Andreas Baumbach (5), Marius Meyer (3), René Bergmann (3), Paul Joachimi (3), Michael Siebler (2), Leonardo Posocco Malleiro (2), Juan Bas Fernandez (2), Mika Finn Gläser (1), Janne Müller (1), Jonas Trauth, Tilman Penz, Otto Wendel, Marten Haltrich. 

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